3.11.06

Mein Geburtstag in Marrakech

Bericht des gestrigen Tages:
Heute habe ich wirklich gut geschlafen, Meine Eingeweide sind ruhig, ja ein richtiger Bärenappetit macht sich bemerkbar... Da ertönt plötzlich vom Eingang unseres Zimmers her ein vielstimmiger Chor: Happy Birthday to You, Happy Birthday to You, Happy Birthday liäbe Matthias, Happy Birthday to You! Erst in diesem Augenblick nehme ich war, dass mein Bettgenosse nicht mehr neben mir liegt (Annika und Marielle: keine Sorge! ;-) Sämtliche hier erwähnten Bewohner des Riads stehen an der Tür und wünschen mir einen guten Geburtstag! Das ist doch ein Anfang für einen Tag, wie man ihn gerne hat... Nun ja, das Niveau wurde eigentlich den ganzen Tag über gehalten, ausser dass ich als Rekonvaleszenter das strickte Verbot zu Süssem und fettigen Speisen von Lis auferlegt bekam, was bedeutete, dass ich vom rosaroten Geburtstagskuchen, den Lenz am Abend vorher gekauft hatte, erst am Abend ein winziges Stücklein probieren konnte...
Aber vorher ist noch etwas sehr Interessantes zu berichten: Wir haben ein Hammam besucht! Und zwar den wohl teuersten weit und breit! Nun ja, es ist wohl auch eher eine Touristenfalle, wie Lis es danach ausgedrückt hat, aber genossen habe ich es dennoch! Zuerst mit zwei petit Taxi Fahrt zum Hammam, der ausserhalb der Medina in einem Villenviertel liegt. (Villenviertel bezieht sich allerdings nur auf das was hinter den Mauern ist, die Strasse sieht genauso mitgenommen aus wie sonst irgendwo..) Dort begeben wir uns in zwei getrennte Gebäude: für die Frauen und die Männer. Dann ausziehen bis auf die Unterhosen und daraufhin: Dampfbad. Danach werden wir von drei jungen Männern, ebenfalls in Boxershorts in einen grossen Runden Raum mit vier plastikenen Tischen geholt. Es folgte eine längere Behandlung: Einseifen, Gommage, Ölmassage, Heilpflanzenmasse und Folieneinwickeln bis wir nur noch „ouf“ sagen und in den nebenstehende Erholungsraum gehen können... Das Resultat: Wie neugeboren!
Danach: Rückfahrt im petit Taxi (wobei Lenz fast einschläft) Und auch ganz wichtig: Babusch! ("wie, ihr wisst nicht was das ist??" Das war Lis' erste Reaktikon auf unsere unverständigen Gesichter... Babusch sind die traditionellen Pantoffeln -bei den Berbern sind sie rund, sonst im arabischen Raum spitz- und wir haben uns welche nach Mass bestellt, bei jemandem, der auch schon für den König die Schuhe nähen musste! Ein kleines uraltes "Mannli" in einem kleinen Raum im Souk, das sich mit Lis lange über Form und Verzierung der Babusch in einer Mischung von Arabisch und wenig Französisch beraten hat...
Anschliessend Besuch bei Abdul (ebenfalls einem guten Freund von Lis und Teppichhändler von sehr seltenen und wertvollen Berber-Teppichen, Matten und Tücher in Marrakech) Lis war dort um eine grössere Sammlung zu beurteilen. (Nähere Infos über die Berber auf Wikipedia...) Wobei ich mich bei Letzterem davongeschlichen habe, um im nächsten Cyber meine Geburtstagsglückwünsche entgegenzunehmen... Danach noch ein vergnügliches Nachtessen (Üppig, wie von Najette gewohnt ;-) Und angenehme Ruhe vor dem Sturm.