8.11.06

Telouet-Ouarzazate-Agdz

Nun ja, wir sind etwas ins Hintertreffen geraten, mit unserem Bericht (insbesondere, da der PC in Ouarzazate einen Bericht nicht gespeichert hatte...). Deshalb hier eine kurze Nacherzählung des Erlebten: Von Telouet sind wir dem Teersträsschen weiter gefolgt, bis es aufgehört hat ein Teersträsschen zu sein. Dort wurde es zur Piste. (Piste für all diejenigen, die das noch nicht erlebt haben; Schüttelangelegenheit, die man nur mit viiiiel Zeit erledigen kann!) Aber das Tal -total abgelegen und abgesehen von einigen Touristen-Jeepkonvois nur von einigen Bauerndörfern belebt - ist mit seinen Steinformationen, der Canyonmässigen Schlucht und dem grünen Streifen am Talgrund absolut eine Schütteltour wert!!! (Einige Touristen wollten gerne ihre Plätze im Jeep gegen die Velos tauschen -es sei wohl komfortabler selber zu fahren...)

Gegen Abend wollten wir unser Zelt neben einem Acker aufzustellen, aber es kam anders, einige Einheimische, die eben jenes Feld bestellten, luden uns ein (Wie insgeheim gehofft...) bei ihnen zu übernachten. Nachdem sie uns versicherten, dass der Esel das Gepäck den mörderischen Weg in die Schlucht hinuntertragen wuerde, nahmen wir die Einladung dankend an.
Das arme Tier stuerzte mehrmals beinahe hinunter! Wir wurden in der Familie bestens versorgt. Sie war aeussest zuvorkommend aber ohne anstrengend zu werden.
Es waren wirklich sehr interessante Begegnungen, auch wenn wir nur mit einem der Söhne ein wenig Französisch sprechen konnten.
Am naechsten Morgen ratterten wir auf unserer Piste weiter und ueberquerten mehrere Furten. Schliesslich-wow, was für ein Gefühl - landeten wir wieder auf einer asphaltierten Strasse. Diese befoerderte uns mitHöchsttempo bis zur Hauptstrasse und nach einem kleineren Hügel, den wir mit Elan in Angriff nahmen, weiter bis nach Ouarzazate.

In Ouarzazate (Sollte all jenigen, die sich für Filme interessieren, ein Begriff sein!) liessen wir uns in einem gemütlichen 100DH-Hotel nieder.
Ouarzazate ist aufgrund der Filmindustrie (Es wird ein zweites Holliwood angestrebt!) zwar reich und modern, büsst aber die marokkanische Autentizität ein und ist auf bestem Weg ein zwar internationaler, aber nicht mehr wirklich interessanter Ort zu werden.
Um etwas marokkotypische Luft zu schnappen (und um günstig zu essen) muss man sich von der Hauptstrasse entfernen und sich in das Industrie-Quartier begeben. Denn dort findet man zahlreiche Holzwerkstätten (schöne Möbel und Gebrauchsgegenstände), Autogaragen, kleine Cafes und Restaurants, wo man gut, viel und extrem günstig essen kann.
Diese freundliche Kehrseite von Ouarzazate lernten wir erst durch Ahmed kennen, der als Filmdekorateur arbeitet. An seine Adresse gelangten wir durch einen Freund von Lis namens Abdul. Ahmed hatte bereits viele Jahre in Europa gearbeitet und ist nun in Ouarzazate als Unternehmer taetig.
Er empfing uns sehr herzlich und bedauerte nach dem Nachtessen, dass wir schon am nächsten Tag aufbrechen wollten, da er uns gerne einige Highlits von Ouarzazate gezeigt haette...

Aber so ist das Leben, wenn man reist; Man macht Bekanntschaften, um einige Stunden später (manchmal Minuten) wieder Abschied zu nehmen...

Der nächste Tag, war einer der anstrengenderen Velo-Tage: Wir fuhren 65km gegen einen starken Wind (Wir schaetzten ihn auf 35KM/h), der uns aus der Sahara entgegenwehte.
Vor allem der Wind setzte uns körperlich und psychisch stark zu. Bei solchen Bedingungen kann man die eigene Leistung nur schlecht einschaetzen und es ist deprimierend auf einer geraden Strecke bloss 13 KM pro Stunde zu fahren! Umso mehr freuten wir uns über das ausserordentlich saubere Hotelzimmer in Agdz! (Hotel des Palmies; 200DH)

In Agdz schlossen wir dieBekantschaft mit Ibrahim: Beim Nachtessen in einem eher unscheinbaren Cafe, wo sich die Einheimischen trafen, wurden wir von einem ausgesprochen freundlichen Herrn bedient. Nach dem Essen setzte er sich zu uns und plauderte mit uns.
Lenz wurde auf eine Verletzung an seiner rechten Hand aufmerksam und fragte nach der Ursache der Wunde; Eine alltägliche Sache: kleiner Unfall mit dem Velo gegen einen kleinen Töff... (...und todsicher ohne Helm!) Die Wunde sah recht unappetitlich aus und schien nicht richtig versorgt zu sein. Lenz, der schon Erfahrung mit Wunden zu haben schien, bot ihm an, die Hand richtig zu versorgen. Daher lud uns Ibrahim in seine kleine Boutique ein, wo wir mit obligatem Tee eine länger Zeit verweilten. Das Resultat unseres Besuches, war eine wohlverbundene Hand seinerseits - und einem Kontakt für Kameltrekking mit der Familie Ibrahim's unsererseits (Ausserdem noch etwas, das ich noch geheimhalten möchte ;-)

Am folgenden Tag fuhren wir nach einer Besichtigung des Suq (Markt, zweimal in der Woche), wo wir alles von Esel bis Chinesischen Kleinradios hätten kaufen können, weiter auf zu neuen Velo-Kilometern.