Verschollen im Hohen Atlas?
Nach langer Zeit ohne Rueckmeldung dafuer mit einigen Rueckschlaegen unsererseits melden wir uns wieder- Ja! Wir sind noch da und wollen das mit einem aktuellen Bericht beweisen!
Am Abend des 22.11 beschaeftigten uns vor allem unsere Geldsorgen, nichts desto trotz goennten wir uns im Hotel Timbouktu in Tinghir ein marokkanisches Festmahl (Denn es gibt keine irdischen Sorgen, die unser Beduerfnis nach Nahrung uebertreffen...): Bastilla, ein Gericht, das nur auf Bestellung hin serviert wird und normalerweise nur an den hoechsten marokkanischen Festtaegen zubereitet wird. Das Hotel hat im Bezug auf die Bastilla eine gewisse Beruehmtheit erlangt, weshalb wir die Gelegenheit nicht missen wollten... Die Bastilla ist ein Gebaeck mit einer Fuellung aus zart-gekochtem Taubenfleisch, Mandeln, Rosinen, Zimt und einer weiteren Vielzahl von Gewuerzen. Der Teig aehnelt dem Blaetterteig, ist aber zaeher. Beim Abendessen lernten wir zudem ein deutsches Paerchen kennen, die mit Gelaendewagen unterwegs waren. Sie boten uns an im Notfall Geld auszuleihen und wir dankten ihnen herzlich fuer ihr Angebot, die Frau war uebrigens auch sehr huebsch! Man soll niemals moegliche Angebote ausser acht lassen!
Voller Erwartungen und mit einem flauem Gefühl in der Magengegend bezueglich unserer Geldangelegenheiten brachen wir am naechsten Morgen von Tinghir in den hohen Atlas auf.
(Wir hatten mit dem Bankomaten einen zaehen Kampf gerungen- Dank ihrer mit grammatikalisch mangelhaften Kenntnissen angereicherter Stumpfsinnigkeit, gaben sie immer die gleiche Antwort: "Ungenügender Grund!" (Auf französischen "Fonds insuffisants") und gewannen kompromisslos. Wir legten die Waffen nieder und hofften auf bessere Tage (Wie heisst es so schoen; Die Zeit heilt alle Wunden... Wenn dieser Spruch nicht von Gott kommt, dann von der Zuercher Kantonalbank, die die Kartenlimite bestimmt.)
Die kurze Strecke von 33KM von Tinghir bis Tamtattouchte werden wir trotz Steigung, dank Rückenwind und Augen-Seelen-Balsahm der wunderschönen Schlucht - "Gorges du Todra", immer in bester Erinnerung behalten!
In Tamtattouchte angekommen setzten wir uns spontan ins weitaus grösste und schönste Hotel (Babbdou, wie irgendein Berg jener Gegend) und genossen ein wirklich ausgezeichnetes Mittagsmahl. Der Service war angenehm und so entschieden wir uns eines der günstigeren Zimmer zu nehmen (saukalt in der Nacht, aber billig). Das Hotel ist sehr liebevoll geführt (Auch wenn der Chef fortwaehrend raucht und kifft... er benoetigte dringend unsere Marlboros - keine Sorge, wir haben sie ausschliesslich zu Geschenk-Tausch-Zwecken gekauft -, da er sonst unter Entzugserscheinungen zu leiden gehabt haette...)
Am folgenden Tag bewaeltigten wir gemütlich den Tizi-Tirheouzine (2700 müM) und hoppelten auf der heftigen Piste (nach Reise-Know-How-Karte geteerte Nebenstrasse!?!) nach Agoudal. Die sehr anstrengende Passhoehe bewaeltigten wir verhaeltnismaessig problemlos. Das Wetter war super! Auf dem Grat wechselten wir die Kleidung und assen zu Mittag. Auf der weiteren Strecke bis Agoudal hatte ich (Matthias) meinen ersten und zweiten Platten direkt in Folge, da ich die Zerstörungskraft von Steinen und metallenen Reifenhebern unterschätzt hatte! Aber kein Problem, wir wechselten die Reifen innert kurzer Zeit und nervten uns nicht gross, was geschieht, geschieht eben.
Die sehr steinige Piste folgt dem Bach talabwaerts und ueberquert mehrmahls (20 Mal...) den Flusslauf. Eine Flussdurchquerung ist eine Sache, die immer wieder etwas Mut erfordert, beachtet man die Tatsache, dass mit jedem Kilometer mehr Wasser mitgeführt wird... Zuerst sucht man mit den Augen den günstigsten Ort, darauf holt man im kleinsten Gang Anlauf und fährt so schnell wie möglich durch die Furt, wobei das Hinterrad normalerweise etwas durchdreht... Solange das Hinterrad nur etwas durchdreht ist alles in Ordnung und man erreicht das andere Ufer nur mit ein bisschen nassen Füssen. Bleibt man jedoch im Sand stecken und muss das Fahrrad einige Meter schieben, ist mit weit groesseren Schaeden zu rechnen. Manchmal findet man sich auch- einem Hometrainer gleich - auf der Stelle tretend in der Mitte des Flusses wieder. Das heisst, dass man einen Augenblick später mit einem Fuss im Wasser steht und das Velo auf einem Bein hüpfend ans andere Ufer zu bewegen hat...
Wir waren jedenfalls aeusserst dankbar, als wir eine Kurve nehmend eine Ansammlung Hütten entdeckten und -Agoudal- in der Abenddämmerung erblickten! Auf gut Glück fuhren wir durch das Dorf und beschlossen beim letzten Haus am Dorfausgang, das wie viele andere auch mit "Auberge Berbere" angeschrieben war, zu übernachten. Wir wurden gut empfangen und machten mit dem Gastgeber eine abendliche Einkaufstour, wobei wir spätestens im Dorf recht dankbar für seine Begleitung waren, da wir ansonsten die Laeden im dunklen Gassengewirr niemals gefunden hätten...
Am folgenden Morgen, entdeckte Lenz beim Frühstück einige Wolken, die bedrohlich am Horizont aufzogen, worauf er zum raschen Aufbruch drängte!
Da die Piste nach Imilchil dem Fluss folgt und ebenfalls unbefestigt ist, braucht es wenig Fantasie, um sich vorzustellen, was bei minus Temperaturen auf 2200m Hoehe geschehen wuerde. Zwei bis drei Wochen eingeschneit ohne Verkehrsverbindung und ohne Geld!
Da wir beide wenig Lust verspürten den Winter in unserem Zelt, beziehungsweise einem selbstgebauten Iglu im Hohen Atlas zu verbringen, beschlossen wir nach einem zweiten Pass das Teersträsschen, das direkt in tiefere Gefilde - nach Rich - führt, zu nehmen. Wir begruben unseren Plan zuerst nach Imilchil zu fahren und dann per hardcore Piste (ZweiPaessen 2900m und 2700m) nach Fes zu fahren.
Die Entscheidung kurz vor Imilchil - unserem Tagesetappenziel- aufzugeben, kostete einige Überwindung, die jedoch bald von einer rauschenden Abfahrt wiedergutgemacht wurde! Wir legten unsere Rekorddistanz zurueck. Knapp 140 KM an einem Tag durch ein landschaftlich wunderschönes Tal ! Ich (Matthias) hatte unterwegs meinen dritten Platten, der durch einen Ventilaustausch jedoch rasch behoben war (Beim fuenften Platten eine Flasche Champagner!). Abends fanden wir nach einer unfreiwilligen Stadtrundfahrt ein günstiges Hotel in Rich. Man muss wohl kaum mehr hinzufuegen, dass wir total erschoepft und ausgelaugt waren... Mit einer minimalen Leserschlauheit darf schliesslich gerechnet werden...
Der nachste Morgen bestaetigte die Befuerchtungen des Vortags komplett, es hatte geregnet, bzw. geschneit. Der Kraftakt hatte sich gelohnt. Wir hatten unseren Arsch vorm Tod durch Erfrieren gerettet! Wir waren überhaupt nicht in Stimmung die ca. 80 km lange Strecke nach Midelt unter die Räder zu nehmen und so schoben wir einen Putz-und-aufmöbel-Tag ein. Das Couscous, das wir uns an diesem Abend genehmigten füllte uns dank übergrosszügigen Portionen wieder einmal bis zum Platzen...
Am Abend des 22.11 beschaeftigten uns vor allem unsere Geldsorgen, nichts desto trotz goennten wir uns im Hotel Timbouktu in Tinghir ein marokkanisches Festmahl (Denn es gibt keine irdischen Sorgen, die unser Beduerfnis nach Nahrung uebertreffen...): Bastilla, ein Gericht, das nur auf Bestellung hin serviert wird und normalerweise nur an den hoechsten marokkanischen Festtaegen zubereitet wird. Das Hotel hat im Bezug auf die Bastilla eine gewisse Beruehmtheit erlangt, weshalb wir die Gelegenheit nicht missen wollten... Die Bastilla ist ein Gebaeck mit einer Fuellung aus zart-gekochtem Taubenfleisch, Mandeln, Rosinen, Zimt und einer weiteren Vielzahl von Gewuerzen. Der Teig aehnelt dem Blaetterteig, ist aber zaeher. Beim Abendessen lernten wir zudem ein deutsches Paerchen kennen, die mit Gelaendewagen unterwegs waren. Sie boten uns an im Notfall Geld auszuleihen und wir dankten ihnen herzlich fuer ihr Angebot, die Frau war uebrigens auch sehr huebsch! Man soll niemals moegliche Angebote ausser acht lassen!
Voller Erwartungen und mit einem flauem Gefühl in der Magengegend bezueglich unserer Geldangelegenheiten brachen wir am naechsten Morgen von Tinghir in den hohen Atlas auf.
(Wir hatten mit dem Bankomaten einen zaehen Kampf gerungen- Dank ihrer mit grammatikalisch mangelhaften Kenntnissen angereicherter Stumpfsinnigkeit, gaben sie immer die gleiche Antwort: "Ungenügender Grund!" (Auf französischen "Fonds insuffisants") und gewannen kompromisslos. Wir legten die Waffen nieder und hofften auf bessere Tage (Wie heisst es so schoen; Die Zeit heilt alle Wunden... Wenn dieser Spruch nicht von Gott kommt, dann von der Zuercher Kantonalbank, die die Kartenlimite bestimmt.)
Die kurze Strecke von 33KM von Tinghir bis Tamtattouchte werden wir trotz Steigung, dank Rückenwind und Augen-Seelen-Balsahm der wunderschönen Schlucht - "Gorges du Todra", immer in bester Erinnerung behalten!
In Tamtattouchte angekommen setzten wir uns spontan ins weitaus grösste und schönste Hotel (Babbdou, wie irgendein Berg jener Gegend) und genossen ein wirklich ausgezeichnetes Mittagsmahl. Der Service war angenehm und so entschieden wir uns eines der günstigeren Zimmer zu nehmen (saukalt in der Nacht, aber billig). Das Hotel ist sehr liebevoll geführt (Auch wenn der Chef fortwaehrend raucht und kifft... er benoetigte dringend unsere Marlboros - keine Sorge, wir haben sie ausschliesslich zu Geschenk-Tausch-Zwecken gekauft -, da er sonst unter Entzugserscheinungen zu leiden gehabt haette...)
Am folgenden Tag bewaeltigten wir gemütlich den Tizi-Tirheouzine (2700 müM) und hoppelten auf der heftigen Piste (nach Reise-Know-How-Karte geteerte Nebenstrasse!?!) nach Agoudal. Die sehr anstrengende Passhoehe bewaeltigten wir verhaeltnismaessig problemlos. Das Wetter war super! Auf dem Grat wechselten wir die Kleidung und assen zu Mittag. Auf der weiteren Strecke bis Agoudal hatte ich (Matthias) meinen ersten und zweiten Platten direkt in Folge, da ich die Zerstörungskraft von Steinen und metallenen Reifenhebern unterschätzt hatte! Aber kein Problem, wir wechselten die Reifen innert kurzer Zeit und nervten uns nicht gross, was geschieht, geschieht eben.
Die sehr steinige Piste folgt dem Bach talabwaerts und ueberquert mehrmahls (20 Mal...) den Flusslauf. Eine Flussdurchquerung ist eine Sache, die immer wieder etwas Mut erfordert, beachtet man die Tatsache, dass mit jedem Kilometer mehr Wasser mitgeführt wird... Zuerst sucht man mit den Augen den günstigsten Ort, darauf holt man im kleinsten Gang Anlauf und fährt so schnell wie möglich durch die Furt, wobei das Hinterrad normalerweise etwas durchdreht... Solange das Hinterrad nur etwas durchdreht ist alles in Ordnung und man erreicht das andere Ufer nur mit ein bisschen nassen Füssen. Bleibt man jedoch im Sand stecken und muss das Fahrrad einige Meter schieben, ist mit weit groesseren Schaeden zu rechnen. Manchmal findet man sich auch- einem Hometrainer gleich - auf der Stelle tretend in der Mitte des Flusses wieder. Das heisst, dass man einen Augenblick später mit einem Fuss im Wasser steht und das Velo auf einem Bein hüpfend ans andere Ufer zu bewegen hat...
Wir waren jedenfalls aeusserst dankbar, als wir eine Kurve nehmend eine Ansammlung Hütten entdeckten und -Agoudal- in der Abenddämmerung erblickten! Auf gut Glück fuhren wir durch das Dorf und beschlossen beim letzten Haus am Dorfausgang, das wie viele andere auch mit "Auberge Berbere" angeschrieben war, zu übernachten. Wir wurden gut empfangen und machten mit dem Gastgeber eine abendliche Einkaufstour, wobei wir spätestens im Dorf recht dankbar für seine Begleitung waren, da wir ansonsten die Laeden im dunklen Gassengewirr niemals gefunden hätten...
Am folgenden Morgen, entdeckte Lenz beim Frühstück einige Wolken, die bedrohlich am Horizont aufzogen, worauf er zum raschen Aufbruch drängte!
Da die Piste nach Imilchil dem Fluss folgt und ebenfalls unbefestigt ist, braucht es wenig Fantasie, um sich vorzustellen, was bei minus Temperaturen auf 2200m Hoehe geschehen wuerde. Zwei bis drei Wochen eingeschneit ohne Verkehrsverbindung und ohne Geld!
Da wir beide wenig Lust verspürten den Winter in unserem Zelt, beziehungsweise einem selbstgebauten Iglu im Hohen Atlas zu verbringen, beschlossen wir nach einem zweiten Pass das Teersträsschen, das direkt in tiefere Gefilde - nach Rich - führt, zu nehmen. Wir begruben unseren Plan zuerst nach Imilchil zu fahren und dann per hardcore Piste (ZweiPaessen 2900m und 2700m) nach Fes zu fahren.
Die Entscheidung kurz vor Imilchil - unserem Tagesetappenziel- aufzugeben, kostete einige Überwindung, die jedoch bald von einer rauschenden Abfahrt wiedergutgemacht wurde! Wir legten unsere Rekorddistanz zurueck. Knapp 140 KM an einem Tag durch ein landschaftlich wunderschönes Tal ! Ich (Matthias) hatte unterwegs meinen dritten Platten, der durch einen Ventilaustausch jedoch rasch behoben war (Beim fuenften Platten eine Flasche Champagner!). Abends fanden wir nach einer unfreiwilligen Stadtrundfahrt ein günstiges Hotel in Rich. Man muss wohl kaum mehr hinzufuegen, dass wir total erschoepft und ausgelaugt waren... Mit einer minimalen Leserschlauheit darf schliesslich gerechnet werden...
Der nachste Morgen bestaetigte die Befuerchtungen des Vortags komplett, es hatte geregnet, bzw. geschneit. Der Kraftakt hatte sich gelohnt. Wir hatten unseren Arsch vorm Tod durch Erfrieren gerettet! Wir waren überhaupt nicht in Stimmung die ca. 80 km lange Strecke nach Midelt unter die Räder zu nehmen und so schoben wir einen Putz-und-aufmöbel-Tag ein. Das Couscous, das wir uns an diesem Abend genehmigten füllte uns dank übergrosszügigen Portionen wieder einmal bis zum Platzen...

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